Drei Institutionen zum Wohle von sozial schwachen Eltern und Kindern

Kurzporträt von Heidi Rothen

Heidi Rothen führte während 33 Jahren das Zepter im Rathaus Luzern. Im Volksmund erhielt sie von Bürgerinnen, Bürgern und Politikern – wohl wegen ihres stets offenen Herzens für alle und alles – die liebevollen Übernamen «Stadtmutter» oder «Rathausmutter». Obwohl sie der Liberalen Partei angehörte, hielt sie sich an keine politischen Regeln. Im Vordergrund ihres unermüdlichen karitativen Schaffens standen und stehen noch heute bedrängte Minderheiten, die Unterstützung von Hilfesuchenden oder am Abgrund stehende Einzelpersonen oder Familien.

Heidi Rothen spürte aber oft auch Gegenwind. So wurde sie in den Siebzigerjahren als «Drogenmutter» beschimpft, weil sie sich als erste Privatperson in der Stadt für diese Personengruppe einsetzte und sie materiell, mit Hilfeleistungen und Ideen unterstützte. Anfang der Neunzigerjahre gründete sie das Kinderparadies in der Altstadt Luzern, den über die Landesgrenzen hinaus bekannten Christkindli-Briefkasten, die Stiftung Sonneschiin für Soforthilfe bei Fällen von sexuellem Missbrauch, organisierte in den Luzerner Bruch-, Hirschmatt- und Neustadt-Quartieren das erste Grünabfuhr-Projekt mit Ross und Wagen für Arbeitslose und fuhr im Jugoslawienkrieg mit Nahrungsmitteln, Kleidern und Teddybären direkt an die Schauplätze der kriegerischen Auseinandersetzung. Spontan nahm sie 50 Kinder mit nach Luzern zurück, um sie einer ärztlichen Untersuchung zuzuführen.

Bei diesen Aufzählungen handelt es sich nur um Bruchteile ihres unermüdlichen Wirkens. Ihre Erfahrungen mit den verschiedenen politischen Kulturen hat Heidi Rothen in über 100 noch unveröffentlichten Tagebuch-Bänden festgehalten. Im Verlaufe ihres Wirkens verbrachte sie zwölf Jahre im Grossen Bürgerrat von Luzern. Ebenfalls gehörte sie während drei Legislaturperioden dem Grossen Rat des Kantons Luzern (heute Kantonsrat) an, in den sie auf Anhieb mit dem besten je verzeichneten Stimmenresultat gewählt wurde.

Im Jahre 2004 ist Heidi Rothen beruflich in den Ruhestand getreten. Dies erlaubt ihr heute, ihre Zeit vermehrt auf ihrer Alp in Mels, oberhalb von Sargans – wo sie aufgewachsen ist – zu verbringen. Heidi Rothen, von einigen gefürchtet, von vielen geschätzt, wird so lange sie lebt, nicht aufhören, sich für eine menschlichere Welt und für Bedürftige einzusetzen.

An ihrem letzten Arbeitstag als «Stadtmutter», im August 2004, kamen unzählige Menschen aus Politik, Gewerbe und Vereinen zur «Abschiedsparty», um Heidi Rothen an ihrem Arbeitsort im Luzerner Rathaus zum verdienten Ruhestand zu gratulieren. – Kleines Bild: Heidi Rothen beim Amtsantritt 1971.

In ihrer Funktion als «Rathausmutter» war Heidi Rothen offizielle Gastgeberin der Stadt Luzern und durfte viele hochstehende oder gar gekrönte Persönlichkeiten empfangen, wie beispielsweise die frisch gewählte Bundesrätin Elisabeth Kopp (links) oder eine Deutsche Diplomatin (rechts).

Heidi Rothen heute, Aufnahme von 2015.

Abschiedsgeschenk vom Quartierverein: eine Ruhebank. Sie steht heute in Heidi Rothens Garten.

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