Der direkte und diskrete Weg um Sorgen und Nöte zu lindern

Von Ende November bis Mitte Januar, steht der Christkindli-Briefkasten» vor dem Luzerner Rathaus.

Briefkasten-Text (vergrössern durch anklicken).

Wie der Christkindli-Briefkasten entstand

Seit über 20 Jahren gibt es in Luzern – vermutlich als weltweites Unikat – einen «Christkindli-Briefkasten». Er steht von Ende November bis Mitte Januar vor dem Luzerner Rathaus. Rund 700 Wünsche, Nöte und Sorgen von Kindern und Erwachsenen pro Jahr werden dort eingeworfen und «an das Christkind weiter geleitet». Die Aktion ist eine Privatinitiative von Heidi Rothen, die in Luzern noch andere soziale Stiftungen präsidiert.

Der Christkindli-Briefkasten ist aus dem «Kinderparadies Altstadt» hervorgegangen, welches Heidi Rothen vor über 30 Jahren gegründet hat. Die Motivation war damals, einen kindgerechten Ort zu schaffen, wo Eltern ihre Schützlinge ohne komplizierte Bürokratie für ein paar Stunden in gute Hände geben konnten. Es waren und sind noch heute vor allem Mütter die zum Arzt oder Zahnarzt gehen oder Besorgungen oder Besprechungen ohne Kinder machen wollen, die vom Kinderparadies profitieren. Schon bald wurde das Kinderparadies zu einer sozialen Institution. Es gibt viele Gründe, warum eine Mutter, oder ein Vater, ein oder mehrere Kinder für ein paar Stunden «abgeben» möchte.

 

Kinderzeichnungen gaben den Anstoss
Jedes Jahr vor Weihnachten äusserten die Kinder im Kinderparadies ihre Weihnachtswünsche in Form von Zeichnungen oder Collagen. Heidi Rothen wollte, dass diese Wünsche – der oft sehr bedürftigen Kinder – ernst genommen und nicht einfach weggeworfen würden. So kam ihr die Idee, in der Stadt einen Briefkasten aufzustellen, wo solche Post gesammelt und «an das Christkind weiter geleitet» werden konnte. Kurz vor Weihnachten 1994 stand der Christkindli-Briefkasten zum ersten Mal vor dem Luzerner Rathaus. Was er in den 20 Jahren alles geschluckt hat, kann sich niemand vorstellen, der nicht zum kleinen Kreis der Eingeweihten gehört.

Postadresse: «Christkindli Luzern»

Heute hat der Christkindli-Briefkasten feste Standzeiten, von Ende November bis Mitte Januar. Pro Winter werden viele Hundert Wünsche eingeworfen, darunter kuriose, lustige, ausgefallene aber auch tragische und auch solche mit Herz zerreissendem Inhalt. Da wünschen sich einsame Menschen ein gemeinsames Essen mit dem Christkind, ein Mann versucht auf diesem Weg eine liebe Frau zu finden, eine alte Frau wünscht sich eine neue Matratze, eine Familie möchte wieder mal gut und gesund essen, eine Frau möchte anständige Kleider für ihre Kinder und eine nervlich strapazierte Mutter möchte ein paar Tage Ferien. Mittlerweile kommen die Wünsche das ganze Jahr hindurch. Die Adresse ist manchmal kurz: «Christkindli Luzern» oder ähnlich. Die Post weiss, wo solche Post hin gehört. Auch im Internet finden die Suchmaschinen den Christkindli Briefkasten. Alle Wünsche werden von einem geschulten Team gelesen, begutachtet und nach Dringlichkeit aufgeteilt. Danach wird die Korrektheit der Bedürfnisse geprüft. Wo Soforthilfe nötig ist, wird diese spontan in die Wege geleitet. Es liegt in der Natur der Sache, dass es meistens um die Erfüllung von Wünschen geht, die finanzielle Mittel erfordern. Das Christkind braucht deshalb vor allem Geld, aber auch Naturalspenden in Form von Lebensmitteln, Kleidern (nur neue), Stricksachen, Spielsachen, Möbeln und anderen Bedarfsartikeln. Besonders willkommen sind Einkaufsgutscheine. Geldspenden werden in Gutscheine umgewandelt oder für sinnvolle Anschaffungen genutzt. Spenden in jeder Form sind deshalb immer herzlich willkommen.

Aus Briefen und Postkarten ans Christkind werden Geschenke.

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